Bürgerarbeit schafft vertrauensvolle Basis
Höxter. (mep) Das Wörterbuch liegt bereit, der Kaffee ist gekocht, und auch ein paar Spiele befinden sich schon in Reichweite auf dem Tresen zwischen Küche und Wohnzimmer. Valentina Noskowa freut sich auf ihren Besuch. Doch es ist nicht irgendein Besuch - Valentina Noskowa kommt in den Genuss der „Bürgerarbeit“, ein Projekt, dass Mitte 2010 von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde.
„Für uns ist es ganz wichtig, dass die Senioren, die tagsüber alleine sind, mal auf andere Gedanken kommen“, erläutert Irene Funk-Kim. Sie und ihre Kollegin Galina Schäffer haben den Besuchsdienst für 21 Senioren im August 2011 übernommen. Das Bürgerarbeitsprojekt ist eine Kooperation zwischen der Kreisgruppe Höxter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und dem Verein Brücke Moct als Projektträger. Die Bürgerarbeitsplätze wurden durch das Jobcenter Kreis Höxter eingeworben und durch das Bundesverwaltungsamt bewilligt.
Irene Funk-Kim und Galina Schäffer bieten Hilfe in vielen Bereichen an. So ist die Begleitung der Senioren bei Arztbesuchen ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit. „Bei Verständnisschwierigkeiten helfen wir, beispielsweise bei Medikamentendosierungen oder der Erklärung von Diagnosen“, führt Funk-Kim aus.
Die sprachliche Barriere ist nach wie vor ein großes Problem für die Senioren. „80 Prozent unserer Senioren scheuen sich, die deutsche Sprache zu benutzen. Sie fühlen sich darin nicht sicher genug und haben Angst, sich zu blamieren“, erläutert Valerij Frühauf, der Vorsitzende der Landsmannschaft. Valentina Noskowa übt mit ihren Besucherinnen aber auch regelmäßig die deutsche Sprache. Die 73-jährige hat ein kleines Vokabelheft angelegt und beschäftigt sich auch mit der deutschen Grammatik.
Seit eineinhalb Jahren sitzt Valentina Noskowa im Rollstuhl. Mit Hilfe des Besuchsdienstes wurde ein elektrischer Rollstuhl beantragt und bewilligt - eine enorme Erleichterung für die Seniorin.
Einkäufe erledigen, kleinere Besorgungen machen und mit den Senioren spazieren gehen zählen ebenso zu den Aufgaben der beiden in das Bürgerarbeitsprojekt eingebundenen Frauen wie die Hilfe bei Antragstellungen und Behördengängen. So erhalten die älteren Menschen Hilfe bei Renten-, Pflege-, und Betreuungsanträgen.
„Es tut mir gut, vor allem an schlechten Tagen, wenn man nicht nach draußen kann. Man fühlt sich aufgehoben und kann mit dem Besuchsdienst wichtige Dinge besprechen“, ist Valentina Noskowa froh über die Hilfe. Drei Stunden bleiben Irene Funk-Kim oder Galina Schäffer mindestens, manchmal bleibt dann noch Zeit für eine kleine Runde Rummy-Cup.
Einmal im Monat werde auch ein Nachmittag für alle Senioren organisiert, die AWO stelle dafür ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, wofür der Besuchsdienst sehr dankbar sei, so Irene Funk-Kim. Die Nachmittage stehen immer unter bestimmten Themen wie zum Beispiel Gesundheit oder neue gesetzliche Regelungen. Infotage für Senioren mit Behinderung und Ausflüge werden auch regelmäßig durch den Besuchsdienst organisiert.
„Die Nachfrage ist sehr groß. Die Bürgerarbeitsplätze wurden für insgesamt 36 Monate bewilligt, Frau Schäffer und Frau Funk-Kim haben allerdings zunächst nur einen Arbeitsvertrag über 18 Monate erhalten. Danach können die Arbeitsplätze weitergeführt werden, aber es werden voraussichtlich andere Mitarbeiter sein“ bedauert Frühauf. Valentina Noskowa selbst würde sich wünschen, dass der Besuchsdienst durch die vertrauten Personen weitergeführt wird. „Eine Umstellung wäre sehr schwierig für mich“, bestätigt sie.
Thomas Stock, Teamleiter im Jobcenter und zuständig für das Modellprojekt Bürgerarbeit, hat Verständnis für die Argumente der Seniorin, dass sie sich eine kontinuierliche Betreuung durch feste Personen wünscht. „Das ist sicherlich berechtigt, allerdings liegt für uns als Jobcenter der Schwerpunkt darauf, die Teilnehmer/innen an der Bürgerarbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, macht er deutlich. Um möglichst vielen Leistungsbeziehern die Teilnahme am Projekt zu ermöglichen, wurden die Bürgerarbeitsplätze erst einmal auf 18 Monate begrenzt.
Info/Zweiter Einstieg
Die Bürgerarbeit ist ein Mitte 2010 von der Bundesregierung ins Leben gerufenes Modellprojekt, deren Arbeitsplätze auf eine Dauer von drei Jahren begrenzt sind. Für das Einwerben der Bürgerarbeitsplätze sind die Jobcenter zuständig, wobei jedes Jobcenter seine eigenen Schwerpunkte definiert hat. Die Bürgerarbeit dient im Prinzip der Wiedereingliederung von Arbeitslosen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die einzelnen Stellen werden dann durch das Bundesverwaltungsamt in Köln bewilligt.
„Im Kreis Höxter konzentrieren wir uns auf Personen, die gesundheitliche Einschränkungen oder einen Migrationshintergrund haben“, erläutert Tanja Hartmann, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Höxter. 500 Personen wurden über einen Zeitraum von 6 Monaten für das Projekt aktiviert, was bedeutet, dass eine intensive Vorbereitung durch Gespräche und die Suche nach geeigneten Maßnahmen, wie zum Beispiel Fortbildungen, erfolgte. Allein durch diese Vorbereitungsmaßnahmen konnten schon 105 Personen direkt in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden, ohne in der Bürgerarbeit eingesetzt zu werden.
Im Kreis Höxter gibt es 23 verschiedene Träger, die Bürgerarbeitsplätze eingerichtet haben. Die Träger sind Vereine, Wohlfahrtsverbände, kirchliche und kommunale Einrichtungen. Ursprünglich standen 50 Bürgerarbeitsplätze für den Kreis Höxter zur Verfügung, allerdings konnten hier noch freie Plätze aus anderen Jobcentern übernommen werden, so dass insgesamt 65 Bürgerarbeitsplätze in dem Projekt geschaffen werden konnten.
In dem Modellprojekt gibt es zwei Varianten. Bei einer Wochenarbeitszeit von 20 Stunden erhält der Beschäftigte 600 Euro brutto, wenn 30 Stunden in der Woche geleistet werden, beläuft sich das Entgelt auf 900 Euro brutto. Das Bruttoarbeitsentgelt sowie die Anteile der Sozialversicherung werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie aus Bundesmitteln finanziert. (mep)
„Wege zum Berufsabschluss durch Ausbildung/Umschulung in Teilzeit“ Informationsveranstaltung im Rahmen der Frauenaktionswoche
Sie haben Kinder oder pflegen Angehörige?
Sie suchen neue berufliche Herausforderungen und möchten einen Berufsabschluss erstmals oder erneut erwerben?
Sie können dies aber nicht in Vollzeit?
Dann wäre vielleicht eine Teilzeitausbildung oder Teilzeitumschulung für Sie die richtige Möglichkeit.
Wer mehr zu dem Thema Teilzeitausbildung, Teilzeitumschulung wissen möchte, ist herzlich eingeladen an einer Informationsveranstaltung
am 28. Februar 2012 um 10:00 Uhr
im Jobcenter Kreis Höxter,
Stummrigestr. 56 in 37671 Höxter (Raum 310)
teilzunehmen.
Frau Bohr, Arbeitsvermittlerin im Jobcenter Kreis Höxter, wird Möglichkeiten zur Vorbereitung und Durchführung einer Teilzeitausbildung/Umschulung vorstellen.
Diese Veranstaltung ist der Auftakt im Rahmen der 15. Höxteraner Frauenaktionswoche, welche vom 28.02. – 12.03.2012 stattfindet.
Kreishanderkerschaft und Jobcenter unterstützen Teilzeitausbildung oder Teilzeitumschulung
Für Personen mit Kindern eine Möglichkeit zum Erwerb eines Berufsabschlusses.
Frau A. konnte nach der Geburt des 2. Kindes zunächst wieder in ihrem gelernten Beruf arbeiten. Sie ist alleinerziehend und wollte den Lebensunterhalt für ihre Familie selber sicherstellen. Als sich die Arbeitszeiten dann nicht mehr mit der Kinderbetreuung vereinbaren ließen, musste sie ihre Arbeitsstelle aufgeben. Sie war zunächst auf Arbeitslosengeld angewiesen, benötigte später aber die zusätzliche finanzielle Unterstützung durch das Jobcenter Kreis Höxter.
Um neue Perspektiven für eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu entwickeln, hat Frau A. an einem Lehrgang des Jobcenters teilgenommen, der speziell für Alleinerziehende durchgeführt wird. Ihre zuständige Arbeitsvermittlerin eröffnete ihr dann die Möglichkeit einer Umschulung zur Bürokauffrau in Teilzeit.
Bei dieser Form der Ausbildung sind die Auszubildenden zwischen ca. 20 und 30 Stunden in Betrieb und Berufsschule und haben so noch ausreichend Zeit für die Organisation rund um das Familienleben. Die Ausbildung kann allerdings dann etwas länger dauern. In der Regel reicht aber bei einer 30 Stunden-Woche die normale Ausbildungsdauer, eine Verlängerung ist dann nicht erforderlich. Die Betriebe zahlen auch nur die anteilige Vergütung.
„Wir sind sehr froh mit der Kreishandwerkerschaft Höxter- Warburg einen Betrieb gefunden zu haben, der für diese Art der Ausbildung/ Umschulung sehr offen ist“, so Tanja Hartmann, stellv. Geschäftsführerin des Jobcenters Kreis Höxter.
Als der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Höxter- Warburg, Holger Benninghoff, von der Möglichkeit der Umschulung in Teilzeit erfahren hat und Frau A. in einem persönlichen Gespräch kennenlernen konnte, sah er sofort die Chance für sein Unternehmen und für Frau A: „Ich erhalte dadurch eine hochmotivierte Mitarbeiterin, die sich während ihrer Arbeitszeit ganz auf die Aufgaben konzentrieren kann - ohne schlechtes Gewissen, dass sie für ihre Kinder zu wenig Zeit hat. Umgekehrt kann sie sich ihrer Familie widmen ohne zu überlegen, was im Büro noch erledigt werden müsste“. Zum 01.08.2011 konnte Frau A. ihre Umschulung zur Bürokauffrau beginnen. Sie wird im Januar 2014 beendet sein. „30 Monate sind natürlich eine lange Zeit, aber hier bietet sich mir die Gelegenheit einen Beruf zu erlernen, den ich auch später gut mit meiner Kinderbetreuung vereinbaren kann“, so Frau A.
Hochmotivierte Nachwuchskräfte und eine positive Außenwirkung als familienfreundlicher Betrieb sowie Nachwuchskräfte, die Familie und Beruf besser vereinbaren und ihre beruflichen Perspektiven durch den Berufsabschluss steigern, bilden eine klassische „win-win-Situation“ .
Das Jobcenter Kreis Höxter betreut derzeit über 250 alleinerziehende Personen ohne beruflichen Abschluss. Viele von ihnen würden gerne eine Ausbildung absolvieren, die Betreuung der Kinder lässt aber eine Ausbildung in Vollzeit nicht immer zu. Mit einer Teilzeitausbildung lassen sich Familie und Beruf häufig besser „unter einen Hut bringen“. „Es wäre schön, wenn eine große Anzahl an weiteren Betrieben dem Beispiel von der Kreishandwerkerschaft folgen würde und für die Region Teilzeitausbildungsstellen zur Verfügung stellen könnten“, so Tanja Hartmann.
Interessierte Betriebe können sich beim gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Kreis Höxter bei ihren bekannten Ansprechpartnern oder unter der zentralen Rufnummer 01801 – 664466 melden.
Um Müttern und Vätern ohne abgeschlossene Berufsausbildung eine Vorbereitung auf eine sogenannte Teilzeitausbildung bzw. Umschulung zu ermöglichen, wird es ab dem 01.04.2012 einen Vorbereitungskurs beim Kolping Berufsbildungswerk in Brakel geben. Idealerweise schließt sich dann zum 1.8.2012 eine Teilzeitausbildung oder Umschulung an.
Wer mehr zu dem Thema Teilzeitausbildung, Teilzeitumschulung wissen möchte, ist herzlich eingeladen an einer Informationsveranstaltung
am 28. Februar 2012 um 10:00 Uhr,
im Jobcenter Kreis Höxter,
Stummrigestr. 56 in 37671 Höxter (Raum 310)
teilzunehmen.
Die Neue Westfälische berichtete zum Thema Teilzeitausbildung und Teilzeitumschulung:
Job und Kinder unter einen Hut bringen
Jobcenter bietet Teilzeitausbildung für Alleinerziehende an
„Kontopfändungsschutz für Empfänger von Sozialleistungen ab dem 01.01.2012 “
Das Jobcenter Kreis Höxter weist darauf hin, dass sich die gesetzlichen Bestimmungen zum Kontopfändungsschutz ab dem 01.01.2012 ändern. Der bisherige 14tägige gesetzliche Pfändungsschutz von Sozialleistungen fällt zum 01. Januar 2012 weg. Ab diesem Zeitpunkt können auch Sozialleistungen durch Gläubiger von einem Girokonto in voller Höhe gepfändet werden.
Das Jobcenter Kreis Höxter rät den von Kontopfändung betroffenen Kunden, bestehende Girokonten in ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Durch eine Umwandlung wird automatisch ein Grundfreibetrag in Höhe von 1.028,89 Euro geschützt. Bestehen Unterhaltsverpflichtungen für Ehegatten oder Kinder oder werden auf dem Pfändungsschutzkonto Sozialleistungen für Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft gutgeschrieben, kann der Pfändungsschutzbetrag für diese Personen angehoben werden.
Die Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto erfolgt auf Antrag durch die kontoführende Bank, die auch zu gegebenenfalls anfallenden erhöhten Kontoführungsgebühren für die Führung eines solchen Pfändungsschutzkontos berät. Soll der Pfändungsschutz über den Grundfreibetrag hinaus gehen, ist ein Nachweis erforderlich, der - soweit es sich um Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende handelt – beim Jobcenter angefordert werden kann.
Wird das Pfändungsschutzkonto nicht rechtzeitig eingerichtet, besteht für Bezieher von Arbeitslosengeld II die Gefahr, dass zum Jahresanfang nicht über eingegangene Geldleistungen verfügt werden kann.
Weitere Informationen zum Pfändungsschutz ab dem 01.01.2012 erteilen die kontoführenden Kreditinstitute und das Jobcenter Kreis Höxter.
Beratungs- und Vermittlungsfachkräfte der Arbeitsagentur Höxter und des Jobcenters Kreis Höxter informieren beim Lüre-Aktionstag
Es gibt noch zahlreiche freie Lehrstellen für einen kurzfristigen Ausbildungsbeginn
Fackkräfte der Arbeitsagentur Höxter und des Jobcenters Kreis Höxter präsentieren beim Lüre-Aktionstag am 4. September zahlreiche freie Ausbildungsstellen, für die jetzt noch bzw. jetzt schon passende Bewerberinnen und Bewerber gesucht werden.
Johannes Wöstefeld, Chef der Arbeitsagentur Höxter und Martin Schoppmeier, Geschäftsführer des JobCenters Kreis Höxter, sowie ihre Mitstreiter/innen Franz-Josef Rabbe, Rüdiger Heckers (Arbeitsagentur) und Maike Ebbeke, Hildegard Lammert (Jobcenter) können insbesondere den jugendliche Besuchern des Ausbildungsforums in Räumen des Autozentrums Engin eine breite Palette an freien Ausbildungsstellen anbieten. Die Berufs- und Ausbildungsexperten haben am gemeinsamen Info-Stand von Agentur und JobCenter noch 30 Stellen für eine kurzfristige Besetzung in diesem Jahr und rund 100 Stellen für das Jahr 2012 im Gepäck. „Auch wenn das aktuelle Ausbildungsjahr offiziell am 1. August begonnen hat, so gibt es noch viele Chancen, in den kommenden Wochen mit einer Ausbildung zu beginnen. Bei dem späten Beginn des neuen Berufsschuljahres ist noch bis Mitte Oktober ein schnelles Aufholen für die „Spätstarter“ möglich“, weiß Johannes Wöstefeld.
Für einen kurzfristigen Ausbildungsbeginn werden von verschiedenen Unternehmen der Region noch junge Frauen und Männer gesucht, die sich für eine Ausbildung zum/r Restaurantfach- bzw. Hotelfachkraft, Verkäufer/-innen, Bäcker/-in, Koch/Köchin oder Maurer, Maler, Dachdecker interessieren. Aber auch in etlichen anderen Berufen gibt es noch einzelne freie Ausbildungsplätze.
Die Beratungs- und Vermittlungsfachkräfte stehen am Lüre-Aktionstag aber nicht nur jungen Ausbildung Suchenden, sondern auch anderen Interessenten mit Rat und Tipps bei den vielfältigen Fragen aus der Berufs- und Arbeitswelt zur Verfügung.
Langzeitarbeitslose gestalten Außenbereich des ehem. Klosters Hardehausen
Gemeinsames Projekt des Jobcenter Kreis Höxter und der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
Hardehausen (dph). Schon jetzt können die Gäste und Besucher des ehemaligen Klosters Hardehausen die Fortschritte der Arbeit sehen. Die Außenanlagen des Jugendhauses und der Landvolkshochschule Hardehausen werden seit Mitte März im Rahmen einer sechsmonatigen Beschäftigungsmaßnahme teilweise neu gestaltet. Träger des Projektes sind das Jobcenter Kreis Höxter und die Dienststelle Warburg der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
An diesen Arbeitsgelegenheiten nehmen Langzeitarbeitslose aus dem südlichen Kreisgebiet teil, die Arbeitslosengeld II beziehen. Ziel ist es, die Teilnehmer nach einer langen Zeit der Nichtbeschäftigung zu stabilisieren, wieder an eine Tätigkeit heranzuführen und bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
„Das Projekt wendet sich an Menschen mit mehreren Vermittlungshemmnissen und wir sind froh, für diese Personengruppe eine praktische Unterstützung vorhalten zu können“, freut sich Thomas Stock, Teamleiter im Jobcenter Kreis Höxter.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer errichteten im Rahmen eines Kreativprojektes einen Pavillon. Sie konnten hier bei der Planung, Gestaltung und Durchführung unter Anleitung des Landschaftsgärtners Frank Ulinski eigene Ideen einbringen und umsetzten.
Weiterhin soll auf dem Gelände ein sog. „Schöpfungspfad“ angelegt werden. Hier können die Langzeitarbeitslosen den 1. Tag der Schöpfungsgeschichte „Vom Dunkel ins Licht“ darstellen. Als Einstieg soll eine offen zu begehende dunkle Hütte gebaut werden, aus der heraus man in das Licht tritt. Darüber hinaus wurden im Park der ehemaligen Klosteranlage Stellplätze für Ruhebänke geschaffen, um den Gästen einen Platz zum Ausspannen und auch zur Meditation anzubieten. Eine Feuerstelle, die häufig von Jugendgruppen genutzt wird, wurde an einen anderen Ort verlegt und neu gestaltet. Mit einbezogen wurde auch die Aufarbeitung eines Naturstein-Altares aus dem Jahr 1920.
Die Teilnehmer des Beschäftigungsprojektes, z.Zt. 1 Frau und 9 Männer im Alter zwischen 28 und 55 Jahren, werden von der Sozialarbeiterin Maria Feldkamp unterstützt. Sie hilft den Teilnehmern bei lebenspraktischen Problemen und motiviert in schwierigen Phasen. Die Arbeitszeit der Teilnehmer beträgt 25 Stunden wöchentlich, dazu gehören fünf Stunden für Qualifizierung.
Landschaftsgärtner Frank Ulinski unterrichtet die Teilnehmer in Berufs- und Fachkunde sowie Werkzeugkunde. Auch Sicherheitsbestimmungen und der Umgang mit Maschinen stehen auf dem Lehrplan. Die Sozialarbeiterin führt ein Bewerbungstraining durch, unterstützt beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und vermittelt Computerkenntnisse. Gesundheits- und Ernährungsfragen werden behandelt. Außerdem können die Teilnehmer bei Bedarf die Unterstützungsangebote der Diakonie in Anspruch nehmen.
Katharina Linpinsel, Leiterin der Dienststelle der Diakonie, zieht nach vier Monaten eine positive Bilanz: „Die Teilnehmer sind sehr daran interessiert, eine Aufgabe zu haben. Es ist für sie eine gute Erfahrung zu wissen, wofür sie morgens aufstehen. Die Arbeit mit und in der Natur tut den Teilnehmern gut. Sie machen deutliche Fortschritte.“
Langzeitarbeitslose unterstützen Erhalt der früheren Klosteranlage „tom roden“
Höxter. Der gemeinnützige Verein „Kultur- Naturhistorischer Dreiländerbund Weserbergland e.V.“ (KNDW) führt mit Unterstützung des Jobcenter Kreis Höxter eine Aufarbeitung der früheren Ausgrabung in der Klosteranlage „tom roden“ in Corvey durch.
Der Verein hat sich die Förderung kultur- und naturgeschichtlicher Projekte im Weserberg-land zum Ziel gesetzt. Das Dreiländereck am Rande des Solling im Weserbergland bietet mit seinen historischen Ortskernen, Burgen und Klöstern und mit Tausenden wenig bekannter verwaister Orts- und Wirtschaftsplätze eine Fülle von kultur-naturhistorischen Denkmälern. Die Spuren der ehemaligen Benediktinerpropstei “tom roden“ (von Friedhof, Kirche und Konventgebäuden) wurden erst Ende der 1970er Jahre entdeckt und archäologisch untersucht. Von 1976 bis 1980 wurde die Anlage in Ihrem Grundriss erfasst. In einem zweiten Schritt (1990/91) erfolgte dann sichtbare Aufmauerung der Grundmauern über dem Boden. Zur Unterstützung und Vorbereitung weiterer archäologischer Untersuchungen der Universität Halle-Wittenberg werden seit dem 06. Juni 2011 Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose durchgeführt.
Zu den vorbereitenden Tätigkeiten gehören u.a. die Säuberung und Aufbereitung der alten Grabungsflächen, das Anlegen neuer Ausgrabungsfelder sowie Sicherungsarbeiten an bestehenden Objekten und in den neuen Grabungsfeldern. Bei den Grabungsarbeiten zu Tage gekommene Fundstücke aus mittelalterlicher Keramik oder Metall werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entsprechend gereinigt, beschriftet und katalogisiert.
Derzeit nehmen an den Grabungsarbeiten in „tom roden“ 8 Langzeitarbeitslose aus dem Stadtgebiet Höxter teil. Ziel dieser Maßnahme ist die Stabilisierung und Qualifizierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt. Die erworbenen Fertigkeiten und Qualifikationen, so auch der Erwerb eines sog. „Grabungsscheins“, sind ein Schritt in diese Richtung.
Als Träger von Ausgrabungsprojekten weiß der Verein um die individuellen Probleme der Teilnehmer Bescheid. Nach nunmehr 4 Wochen seit Beginn der Arbeitsgelegenheiten gibt es erste positive Rückmeldungen zu den Teilnehmern, denn alle sind mit hohem Einsatz und Eifer bei der Sache. Thomas Stock, Teamleiter des Jobcenter Kreis Höxter, zieht eine positive Bilanz zu den Arbeitsgelegenheiten: „Ich freue mich, dass durch den Einsatz von Langzeitarbeitslosen für diese Ausgrabung der Erhalt von Bodendenkmälern unterstützt wird und gleichzeitig ein Beitrag zur Stabilisierung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen geleistet wird.“
Die Arbeitsgelegenheiten werden – je nach Witterung – voraussichtlich bis Dezember 2011 weitergeführt.
Bürgerarbeit als Chance
Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund unterstützen „Interkulturelles Zentrum“
Für 500 Langzeitarbeitslose im Alter zwischen 18 und 49 Jahren aus dem Kreis Höxter hat sich mit dem bundesweiten Modellprojekt „Bürgerarbeit“ eine neue Chance zur beruflichen Integration aufgetan.
Das Jobcenter Kreis Höxter widmet sich im Rahmen des Projektes unter anderem Personen mit Migrationshintergrund. Bei der Auswahl geeigneter Bürgerarbeitsplätze, die auch die soziale Integration von Migrantinnen und Migranten im Kreisgebiet Höxter unterstützen, wurde das Integrationsbüro des Kreises Höxter einbezogen. So entstand ein Kontakt zum Verein „Brücke-MOCT e.V.“, der in den Stadtgebieten Höxter und Brakel „Interkulturelle Zentren“ geschaffen hat. Seit dem 01.05.2011 sind dort 2 Bürgerarbeiterinnen und 1 Bürgerarbeiter beschäftigt, die selber aus den ehemaligen GUS-Staaten bzw. der Türkei stammen.
Die beschäftigten Mitarbeiter fungieren als Ansprechpartner für den Verein „Brücke-MOCT e.V.“. Neben der Unterstützung der ehrenamtlichen Vereinsführung sollen auch Projekte für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, egal welcher Altersstufe, organisiert und durchgeführt werden. Neben gesundheitsfördernden Projekten für Kinder („Raupe Nimmersatt“, „Buntes Ernährungsland“) – kombiniert mit Aufklärungsarbeit der Eltern – werden auch kreative Freizeit- und Bildungsangebote bereitgestellt. Diese Angebote werden nachmittags, am Wochenende oder in den Schulferien durchgeführt. Für Erwachsene und Senioren werden regelmäßige Treffen mit Vorträgen zu verschiedenen geschichtlichen, wirtschaftlichen oder kulturellen Inhalten angeboten. Ein wichtiger Schwerpunkt ist auch die Kontaktaufnahme zu anderen Migrantenselbstorganisationen, zu Wohlfahrtsverbänden oder Vereinen. Denn nur gemeinsam kann Integration erreicht werden.
Ziel des bundesweiten Modellprojektes ist die Entwicklung von Handlungskonzepten zur verbesserten Arbeitsmarktintegration von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nach dem SGB II. Das Jobcenter Kreis Höxter setzt den Schwerpunkt auf die Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen mit gesundheitlichen Einschränkungen und/oder einem Migrationshintergrund. Die Bürgerarbeit soll diese Personen bei der persönlichen Stabilisierung unterstützen und eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen.
Zu Beginn der Teilnahme gibt es für die Langzeitarbeitslosen eine 6-monatige Aktivierungsphase. Während dieser sollen die Empfänger von Arbeitslosengeld II intensiv gefördert und qualifiziert werden sowie eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt unterstützt werden. Diejenigen, die innerhalb der Aktivierungsphase nicht vermittelt werden konnten, haben die Möglichkeit, einen sog. „Bürgerarbeitsplatz“ aufzunehmen. Im Kreis Höxter werden insgesamt 50 Bürgerarbeitsplätze geschaffen, davon wurden bis heute 16 Plätze besetzt. Bei den Bürgerarbeitsplätzen handelt sich bisher um Tätigkeiten im Bereich der touristischen Infrastruktur, des Aufbaus von interkulturellen Zentren zur Integration von Migranten/innen, der Seniorenbetreuung oder der offenen Ganztagsschule. Diese sozialversicherungspflichtigen Bürgerarbeitsplätze mit einer Wochenarbeitszeit von 30 Stunden werden mit Bundesmitteln und ESF-Mitteln des Bundes kofinanziert. An die Auswahl der Tätigkeitsfelder sind hohe Anforderungen gestellt, da nur Arbeitsplätze im Bereich zusätzlicher und gemeinnütziger sowie im öffentlichen Interesse liegender Tätigkeiten gefördert werden können. Arbeitgeber, die Interesse haben, einen solchen Bürgerarbeitsplatz anzubieten, können sich mit dem Jobcenter Kreis Höxter in Verbindung setzen.
Das Modellprojekt ist zunächst bis Ende 2014 befristet. Das Jobcenter Kreis Höxter ist eins von bundesweit 197 Jobcentern, die an dem Modellversuch teilnehmen.
v.l.n.r.: Hüseyin Köse (Bürgerarbeiter), Martin Schoppmeier (Jobcenter Kreis Höxter), Nadja Savinov und Irina Shteynepreys (Moct), Thomas Stock (Jobcenter Kreis Höxter), Elena Kern (Vorsitzende Moct Höxter) und Sarah Fricke (Integrationsbüro Kreis Höxter)
Landrat Spieker und Agenturchef Matisz unterzeichnen Vereinbarung
Aus ARGE wird Jobcenter Kreis Höxter:
Guter Service unter neuem Namen
„Jobcenter Kreis Höxter“ – so heißt ab dem 1. Januar 2011 die ARGE. „Für die Kundinnen und Kunden ändert sich nichts. Für sie bleibt der gute Service auch unter dem neuen Namen erhalten“, erklärt Geschäftsführer Martin Schoppmeier.
Am heutigen Freitag, 10. Dezember 2010, unterzeichneten Landrat Friedhelm Spieker und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Rüdiger Matisz, die Vereinbarung zur Bildung des Jobcenters im Kreis Höxter. Damit wird die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Träger, Kreis Höxter und Arbeitsagentur, auch in den kommenden Jahren fortgeführt.
„Die Vermittlung und Betreuung von Langzeitarbeitslosen aus einer Hand hat sich bewährt“, so Landrat Spieker. Den Vermittlungserfolg zeigen auch die guten Zahlen. „Wir sind sehr froh über die niedrige Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent im Kreis Höxter. Insbesondere die Zahl der Langzeitarbeitsuchenden ist deutlich gesunken“, erklärt Agenturchef Matisz. „Das Jobcenter Kreis Höxter liegt sowohl bei der Integration in Arbeit als auch beim Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit und der Kundenzufriedenheit in Nordrhein-Westfalen ganz vorn.“
„Unsere heimischen Betriebe haben durch ihre erfolgreiche Arbeit die Krise wesentlich besser durchgestanden als Unternehmen in Ballungsräumen“, dankten der Landrat und der Agenturchef den Arbeitgebern für ihr Engagement. Sie betonten, dass auch die Arbeits- und Fachkräfte, die nach längerer Suche wieder Arbeit gefunden hätten, sich durch Fleiß, Zuverlässigkeit und Können auszeichneten. Vor allem mit Blick auf den künftigen Fachkräftemangel sei es wichtig, sehr gezielt auch die Einstellungschancen von Arbeitskräften zu verbessern, die bereits länger als ein Jahr Arbeit suchen.
Ab Januar 2011 wenden sich Langzeitarbeitslose und Arbeitnehmer mit ihren Anliegen an das „Jobcenter Kreis Höxter“ in den bekannten Bürogebäuden der heutigen ARGE in Höxter und Warburg. "Die Ansprechpartner bleiben gleich. Bis auf den geänderten Namen bieten wir alle Dienstleistungen wie gewohnt", betont Geschäftsführer Martin Schoppmeier. „So können wir weiterhin die Leistungen der Grundsicherung und die kompetente Beratung für unsere Kunden unter einem Dach erbringen. In den kommenden Monaten gilt es, die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu nutzen, um möglichst viele Kundinnen und Kunden des Jobcenters in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln“, blickt er optimistisch in die Zukunft.
Im „Jobcenter Kreis Höxter“ gibt es weiterhin Leistungen aus einer Hand. Landrat Friedhelm Spieker und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Rüdiger Matisz, unterzeichneten die Vereinbarung zur Bildung des „Jobcenters Kreis Höxter“ im Beisein von ARGE-Geschäftsführer Martin Schoppmeier und der stellvertretenden ARGE-Geschäftsführerin Tanja Hartmann.
Informationen für ältere Arbeitskräfte im Rahmen der Oktoberwoche
Kreis Höxter. Die Mitarbeiter der ARGE Kreis Höxter informieren im Rahmen der Oktoberwoche ältere Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und beantworten Fragen rund um das Thema „ Beschäftigung von älteren Arbeitskräften“.
Bereits seit fünf Jahren wird im Kreis Höxter das Projekt „Generation Gold“ gemeinsam mit der Gesellschaft für Dienstleistungs- und Projektmanagement (gpdm) umgesetzt, so dass auf vielfältige Erfahrungen im Umgang mit der Einstellung von Älteren zurückgegriffen werden kann. Ziel des Projektes ist die verstärkte Eingliederung der über 50-Jährigen in den ersten Arbeitsmarkt.
Die Ansprechpartner der ARGE und der gpdm stehen allen Interessierten am Mittwoch, den 6. Oktober am Stand der ARGE Kreis Höxter und der Agentur für Arbeit in der Zeit von 11 – 19 Uhr zur Verfügung.
Berufliche Integration durch Sprachförderung und Qualifizierung
Über 70% Erfolgsquote
Im Sommer endete in Brakel eine Qualifizierungsmaßnahme der ARGE Kreis Höxter in Kooperation mit einem Bildungsträger für Personen mit Migrationshintergrund. Die Teilnehmer stammten aus vielen unterschiedlichen Herkunftsländern und sprachen verschiedene Muttersprachen. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 24 und 46 Jahren.
Innerhalb der Maßnahme wurden zahlreiche Angebote gemacht, um die Qualifikation der Teilnehmer zu erhöhen und die Integration in die Gesellschaft und die Arbeitswelt zu verbessern.
Durch die Kombination von Sprachförderung und Qualifizierung wurde die deutsche Sprache nicht nur im Unterricht benutzt, es konnte ein Bezug zum täglichen Leben und zur erforderlichen jeweiligen berufsbezogenen Fachsprache hergestellt werden.
Durch Einzelgespräche und Gruppenangebote wurden im sozialpädagogischen Bereich versucht, individuelle und auch strukturelle Schwierigkeiten anzusprechen und nach Möglichkeit zu beseitigen.
Die Qualifizierung wurde mit einem Praktikum verbunden. So konnten die Teilnehmer Firmen davon überzeugen, gute Mitarbeiter zu werden, was bei Bedarf zu einer Übernahme führte.
Durch die positive Arbeitseinstellung, die gezeigte Umsicht und die Zuverlässigkeit haben die Teilnehmer ein positives Gesamtbild hinterlassen. „Durch diese Maßnahme gelingt es uns, einen passgenauen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Sie ist ein Teil unseres differenzierten Angebotes, Menschen mit Migrationshintergrund den Weg in den Arbeitsmarkt zu bahnen. Die ARGE ist diesbezüglich gut aufgestellt“ so der Geschäftsführer Marin Schoppmeier.
Von den 21 Teilnehmern, die die Maßnahme beendet haben konnten viele eine Arbeit bzw. Ausbildung aufnehmen bzw. stehen Arbeitsaufnahmen unmittelbar bevor. Fünf Teilnehmer sind derzeit noch unversorgt. Hier werden in den nächsten Wochen verstärkt Gespräche und Angebote unterbreitet, damit auch diese Teilnehmer eine Zukunftsperspektive auf dem Arbeitsmarkt haben.
Aufgrund des guten Erfolges wird es eine Wiederholung dieser Qualifizierung geben. Start ist in Brakel am 04.10.2010.
Im Rahmen der Beschäftigungsmaßnahme „Startup 2“, die die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg für die Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung Arbeitsuchender im Kreis Höxter (ARGE Kreis Höxter) durchführt, bauten die Teilnehmer zum Abschluss ihrer sechs-monatigen beruflichen Orientierung als Projektarbeit ein Spielhaus sowie zwei Holzbänke für einen öffentlichen Spielplatz in Borgentreich-Borgholz.
Ziel von „Startup 2“ war es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch einen strukturierten Tagesablauf innerhalb der Laufzeit von sechs Monaten auf den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt vorzubereiten. Die Teilnehmer sollten in die Lage versetzt werden, durch Verbesserung der vorhandenen und dem Erwerb von zusätzlichen Kompetenzen ihre Vermittlungschancen zu erhöhen und dies in Betriebspraktika unter Beweis zu stellen. Damit sollte die erfolgreiche Einmündung in den ersten Arbeitsmarkt gewährleistet werden. Besonders erfreulich war dabei, dass in diesem Zeitraum 12 Teilnehmer in die Ausbildung bzw. in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden konnten. Viele dieser Teilnehmer waren länger als ein Jahr auf Ausbildungsplatzsuche und hatten oft schon die Hoffnung auf eine Ausbildungsstelle bzw. Arbeitsstelle aufgegeben. Andere Teilnehmer hingegen orientierten sich neu. So beginnt ein Teilnehmer seinen Zivildienst, ein anderer besucht das Berufskolleg in Höxter, um sein Fachabitur nachzuholen. Lediglich fünf Teilnehmer, die die sechs Monate durchlaufen haben, konnten derzeit noch nicht vermittelt werden. Auch nach dem Ende der Maßnahme können sich die Jugendlichen an die Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft wenden, wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung suchen.
Die Teilnehmer des Lehrgangs durchliefen in den sechs Monaten verschiedene theoretische und praktische Bausteine im Bereich Bau, so lernten sie Grundtechniken des Mauerns, Vermessen und Tiefbau, Straßenbau und Holzbau. Sie hatten außerdem die Möglichkeit den Gabelstaplerschein zu erwerben, was eine zusätzliche Qualifikation für andere Berufsbereiche bedeutet. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis fand in den Ausbildungsstätten der Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg statt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Lehrgangs lag in der Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Arbeitseinsatz sind Forderungen der ausbildenden oder einstellenden Betriebe, so dass die Teilnehmer über sechs Monate zeigen konnten, dass sie diesen Anforderungen gerecht werden können.
Am 1. September startete ein neuer sechsmonatiger Lehrgang.
Die Kreishandwerkerschaft Höxter-Warburg wird auch zukünftig in enger Zusammenarbeit mit der ARGE Kreis Höxter bedarfsorientierte und praxisnahe Weiter- und Qualifizierungsmaßnahmen anbieten.
Arbeit mit doppeltem Gewinn
Ab März 2011 sollen Bürgerjobs Langzeitarbeitslosen den Weg in eine feste Arbeitsstelle ebnen
VON JULIA RADTKE
Höxter. Die Idee des Modellprojekts „Bürgerarbeit“ klingt vielversprechend. Langzeitarbeitslose sollen gemeinnützige Arbeiten übernehmen, die bisher nicht erledigt worden sind. Das bedeutet: Die Arbeitslosen finden Beschäftigung und die Allgemeinheit profitiert gleich mit. Das bundesweite Programm ist nun auch im Kreis Höxter angelaufen, wie die Arge Höxter auf Anfrage der Neuen Westfälischen berichtet.
90 Kunden wurden von der Arge im Kreis Höxter bereits aktiviert, insgesamt sollen es aber 500 werden. 100 von ihnen sollen dann später in den Bürgerjobs aktiv werden. Maximal drei Jahre lang können die gemeinnützigen Tätigkeiten von einer Person ausgeübt werden.
Tanja Hartmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Arge Höxter, erklärt: „Manche unserer Kunden brauchen den Platz aber vielleicht nur für ein Jahr, sodass die Plätze dann doppelt besetzt werden können.“ So sollen im Kreis Höxter 100 Personen auf 50 Bürgerarbeitsplätze kommen.
Zunächst beginnt für die 500 infrage kommenden Personen allerdings eine sechsmonatige Aktivierungsphase. Die eigentlichen Bürgerjobs starten erst im März 2011. Bis dahin soll ein erheblicher Teil der Leistungsbezieher allerdings wieder einen Job haben.
„Wir hoffen, dass von den 500 aktivierten Kunden viele in dieser Zeit schon durch unsere Maßnahmen wieder in den Arbeitsmarkt zurück finden“, berichtet Thomas Stock, Teamleiter der Arge und Verantwortlicher für das Projekt. „Erst wenn das alles nicht gegriffen hat, kommt die Option Bürgerarbeit ins Spiel“, so Stock. Diese gemeinnützigen Jobs sollen den Langzeitarbeitslosen helfen, wieder zu einem geregelten Leben zurück zu finden.
Martin Schoppmeier, Geschäftsführer der Arge Höxter betont, dass es sich bei den Beschäftigungen immer um zusätzliche und gemeinnützige Arbeiten handle. Es sollen keine anderen Arbeitsplätze verdrängt, sondern Arbeiten verrichtet werden, die sonst nicht erledigt worden wären. So könnten die Beschäftigten unter anderem ältere Menschen oder Personen mit Behinderung betreuen, Tätigkeiten in der Kinder- und Jugendbetreuung übernehmen oder für Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum sorgen.
„Im Bereich Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz sind bereits drei feste Arbeitsplätze in Sicht“, berichtet Martin Schoppmeier. „Ansonsten sind wir im Gespräch mit den Bürgermeistern der Städte, der Kreisverwaltung und den Wohlfahrtsverbänden“, fügt er hinzu.
Interesse an den Jobs sei im Kreis Höxter auf jeden Fall da, berichtet Tanja Hartmann. „Manche Kunden haben sogar ganz gezielt danach gefragt, weil sie gerne an dem Programm teilnehmen möchten“, sagt sie. „Aber man kann sich natürlich nicht als Bürger bewerben. Wir schauen, was in die Konzeption passt und danach wird ausgewählt.“ Die Arge Höxter wird für den Modellversuch vor allem Langzeitarbeitslose im Alter zwischen 18 und 49 Jahren wählen. „Wir haben für uns festgelegt, als erstes Personen mit Migrationshintergrund oder gesundheitlichen Einschränkungen aus unserem Kundenkreis auszusuchen“, sagt Martin Schoppmeier.
Großes Interesse beim Berufsinformationstag "Altenpflege" im St. Antonius Seniorenhaus in Brakel
Kreis Höxter Das Berufsfeld der Altenpflege steht aufgrund des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen. Vor allem mit Blick auf die alternde Gesellschaft wird die Nachfrage nach Pflegedienstleistungen in Zukunft weiter steigen. So ist davon auszugehen, dass sich allein in Nordrhein-Westfalen die Zahl pflegebedürftiger Menschen bis zum Jahr 2020 auf rund 650.000 Pflegebedürftige erhöhen wird.
Damit auch zukünftig eine gute Versorgung dieser Menschen gesichert ist, wird der Bedarf an qualifizierten Altenpflegefachkräften deutlich zunehmen. Auch hier wirkt sich die demographische Entwicklung aus. Es stehen immer weniger junge Absolventen zur Verfügung. Die Pflegeberufe müssen mit anderen interessanten Berufsfeldern konkurrieren. Dieser Trend wird sich weiter verstärken.
Vor diesem Hintergrund haben sich das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und die zugelassenen kommunalen Träger (ARGEn) auf den "Aktionsplan Altenpflege 2010" verständigt.
Zur Deckung des steigenden Personalbedarfs in der Altenpflege werden in 2010 zusätzliche Ausbildungsplätze in den Einrichtungen der Altenpflege benötigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist geplant, 850 bis 1.000 zusätzliche Bildungsgutscheine für die Umschulung zur Fachkraft in der Altenpflege auszugeben. Mit den Bildungsgutscheinen werden die Kosten für die theoretische und praktische Ausbildung zur staatlich geprüften Altenpflegefachkraft übernommen.
Für Bezieher von Arbeitslosengeld I oder II werden zur Sicherung des Lebensunterhaltes während der Ausbildung die Leistungen weitergezahlt.
Zudem gewährt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds für bis zu 150 Menschen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder II haben, einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung.
Im Kreis Höxter wird der Aktionsplan Altenpflege vom Fachseminar für Altenpflege in Brakel, der Arbeitsagentur Höxter, der ARGE Kreis Höxter und der Regionalagentur OWL umgesetzt. In den Kreisen Paderborn und Höxter können zusätzlich ca. 50 Personen gefördert werden.
Die Kooperationspartner hatten am Donnerstag (8.7.) zu einem Berufsinformationstag „Altenpflege“ “ in das St. Antonius Seniorenhaus in Brakel eingeladen, bei dem sich Interessentinnen und Interessenten ausführlich über die Ausbildungsmöglichkeiten, das aktuelle Umschulungsangebot und die Berufsperspektiven in der Altenpflege informieren konnten. Den ganzen Tag über informierten Experten / Expertinnen aus dem Pflegebereich die rund 50 Besucher/innen über alles Wesentliche zur Ausbildung in der Altenpflege. Außerdem berichteten eine Umschülerin sowie ein Altenpfleger aus der beruflichen Praxis.
Lernprojekt „Gesundheitsorientierung“
Die Erfahrungen im Projekt „Generation Gold“ aus den Jahren 2005 bis 2010 zeigen, dass über 40% der Teilnehmenden gesundheitliche Einschränkungen - unterschiedlicher Art - aufweisen und damit die Vermittlung in Arbeit schwieriger ist. Um hier anzusetzen, hat die ARGE Kreis Höxter in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (gpdm) das Thema „Gesundheitsorientierung“ in ihr Maßnahmeangebot aufgenommen. Bundesweit ist „Gesundheit“ inzwischen in allen Projekten für ältere Langzeitarbeitslose, dass vom Bundesministerium für Arbeit gefördert wird, ein bedeutender Baustein.
Insbesondere für Ältere ist es nach der langen Arbeitslosigkeit wichtig, den Anforderungen an die heutige Arbeitswelt gerecht zu werden. Deshalb wurde ein spezielles Bewegungsangebot konzipiert, das die körperliche Fitness steigert und damit auch die Verantwortung für den eigenen Körper fördert.
Der neue Ansatz der „Gesundheitsorientierung“ soll durch weitere präventive Maßnahmen ergänzt werden. Denn insgesamt ist festzustellen, dass sich durch das Angebot die Motivation der ältern Langzeitarbeitslosen erhöht und weitere Schritte auf dem Weg zu einer Arbeitsaufnahme leichter eingeleitet werden können.
Stellv. ARGE Geschäftsführerin Tanja Hartmann, Unternehmenskoordinator Gerhard Jarosch und Projektbegleiterin Nicola Pilz (gpdm), Projektkoordinatorin Gabriele Hanke und Arbeitsvermittlerin Evelyn Thies (ARGE Kreis Höxter) präsentieren zu diesem Thema die Auststellung "Fit im Betrieb 50+"
Langzeitarbeitslose mit Suchtproblematik gestalten Außenanlagen vom Haus Phöbe,
Gemeinsames Projekt der ARGE Kreis Höxter und Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
Rimbeck (dph). Schon jetzt können die Bewohner und Besucher von Haus Phöbe in Rimbeck die Fortschritte der Arbeit sehen. Die Außenanlagen des Alten- und Pflegeheimes der Evangelischen Frauenhilfe von Westfalen e.V. werden seit Mitte März im Rahmen einer sechsmonatigen Beschäftigungsmaßnahme neu gestaltet. Träger des Projektes sind die Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung Arbeitsuchender im Kreis Höxter (ARGE Kreis Höxter) und die Dienststelle Warburg der Diakonie Paderborn-Höxter e.V.
An der Maßnahme nehmen Menschen mit einer Suchtproblematik aus dem südlichen Kreisgebiet teil, die Arbeitslosengeld II beziehen. Ziel ist es, durch gemeinnützige und zusätzliche Arbeit die Teilnehmer zu stabilisieren, sie aus einer langen Zeit der Nichtbeschäftigung herauszuholen, sie wieder an eine Tätigkeit heranzuführen und bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Durch die Beschäftigungsmaßnahme werden die Außenanlagen nun zu einem Sinnesgarten unter der Anleitung des Landschaftsgärtners Frank Ulinski umgestaltet. Ohne diese Maßnahme wäre dies nicht erfolgt. Die Bewohner und Besucher sollen den Garten und die Elemente Erde und Wasser mit allen Sinnen erleben können: Dafür werden zum Beispiel Hochbeete mit vertrauten Blumen und Kräutern zum Ansehen, Berühren und Riechen sowie Wasserspiele und Fontänen angelegt. Halbrunde Sitzgelegenheit hinter Natursteinmauern laden zur Begegnung ein. Die neuen Anlagen sind seniorengerecht. Auch Bewohner mit Behinderung oder Demenz können die Plätze im Garten selbständig aufsuchen. Der Innenhof bietet ein ruhiges Erleben der Natur, der Vorgarten ermöglicht es den Bewohnern, das Geschehen draußen wahrzunehmen. “Nach ihrer Fertigstellung wird die Gartenanlage auch für die Allgemeinheit offen sein. Sie soll ein Ort der Begegnung zwischen den Bewohnern von Haus Phöbe und Besuchern werden“, so Heimleiterin Edna Künne. Die Kosten der Umgestaltung übernimmt die Evangelische Frauenhilfe von Westfalen e.V. als Träger der Einrichtung.
Die Teilnehmer des Beschäftigungsprojektes, 3 Frauen und 11 Männer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, werden von den Sozialarbeitern Gunar Davin und Maria Feldkamp unterstützt. Sie helfen den suchtkranken Teilnehmern bei lebenspraktischen Problemen und motivieren in schwierigen Phasen. Die Arbeitszeit der Teilnehmer beträgt 30 Stunden wöchentlich, dazu gehören sechs Stunden für Qualifizierung.
Landschaftsgärtner Frank Ulinski unterrichtet die Teilnehmer in Berufs- und Fachkunde sowie Werkzeug- und Pflanzenkunde. Auch Sicherheitsbestimmungen und der Umgang mit Maschinen stehen auf dem Lehrplan. Die Sozialarbeiter führen ein Bewerbungstraining durch, unterstützen beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und vermitteln Computerkenntnisse. Gesundheits- und Ernährungsfragen werden behandelt. Unter anderem gab es bereits eine Aufklärung über HIV und Hepatitis durch Dr. Volker Unruh. Wöchentlich wird ein Kochkurs angeboten, in dem die Teilnehmer lernen, kostengünstig und gesund ein Mittagessen zuzubereiten. Außerdem können die Teilnehmer bei Bedarf die Hilfe der Suchtberatung der Diakonie in Anspruch nehmen.
„Das Projekt wendet sich an Menschen mit einer Suchterkrankung und wir sind sehr froh, jetzt für diese Personengruppe eine Eingliederungshilfe vorhalten zu können“, freuen sich Geschäftsführer Martin Schoppmeier und Thomas Stock von der ARGE Kreis Höxter. „Es war für uns alle Neuland und wir haben mit mehr Startschwierigkeiten gerechnet". Bisher mussten nur wenige Teilnehmer aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. Ein Teilnehmer konnte bereits in eine
sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt werden.“
Katharina Linpinsel, Leiterin der Dienststelle der Diakonie zieht nach zwei Monaten eine erste positive Bilanz: „Die Teilnehmer sind sehr daran interessiert, eine Beschäftigung zu haben und es ist für sie eine gute Erfahrung zu wissen, wofür sie morgens aufstehen. Die Arbeit mit und in der Natur tut den Teilnehmern gut. Sie machen deutliche Fortschritte. Auch die Bewohner und Mitarbeiter von Haus Phöbe interessieren sich sehr für das Projekt und unterstützen die Teilnehmer mit menschlicher Wärme.“
Geschäftsführerin Jutta Vormberg von der Diakonie Paderborn-Höxter (v. l.), ARGE-Geschäftsführer Martin Schoppmeier, Suchtberaterin Anja Vorlicek, ARGE-Mitarbeiter Thomas Stock, Heimleiterin Edna Künne (Haus Phöbe), Diakonie-Stellenleiterin Katharina Linpinsel und Pressesprecherin Manuela Schunk von der Frauenhilfe Westfalen.
Fit im Betrieb mit 50+
Seit dem Jahr 2005 fördert die ARGE ältere Langzeitarbeitslose durch die Projekte „Generation Gold“ bzw. „Erfahrung gewinnt“. Um Arbeitgeber für die Einstellung von älteren Arbeitskräften zu sensibilisieren, wird verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betrieben.
Die Fotoausstellung „Fit im Betrieb mit 50plus“ verknüpft Gesundheitsaspekte und altersgerechtes Arbeiten. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass in der Arbeitsförderung das Thema Gesundheit eine immer größere Rolle spielt. Insbesondere für Ältere geht es um Begleitung und Coaching zur Anpassung an die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt.
Gemeinsam von den Argen Höxter und Paderborn sowie der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (gpdm) wurde die Ausstellung entwickelt. Zu sehen ist sie noch bis Ende Juni 2010 in der Stummrigestr., 1. Etage.
Sprache als Eintrittskarte zum Job
Informationsveranstaltung der ARGE Kreis Höxter
In einer Informationsveranstaltung am 09. März 2010 um 10.00 Uhr informiert die ARGE Kreis Höxter über die vielfältigen Möglichkeiten und Angebote, die über die ARGE bzw. das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert werden, um die sprachlichen Fähigkeiten von Personen mit Migrationshintergrund zu verbessern.
„Speziell für Frauen können wir eine differenzierte Sprachförderung vermitteln und auch berufsbezogene Sprachkenntnisse fördern. Dies erhöht die Integrationschancen auf dem ersten Arbeitsmarkt“, erklärt Bernd Zymner, der für Sprachmaßnahmen zuständige Arbeitsvermittler und Referent dieser Veranstaltung. Konkrete Einblicke in Sprachmaßnahmen, die mit Qualifizierungen verbunden sind, wird es ebenfalls im Rahmen dieser Veranstaltung geben. Ein Teilnehmer und eine Sprachlehrerin aus einem laufenden Kurs in Brakel werden über die aktuellen Erfahrungen berichten.
Die ARGE Kreis Höxter beteiligt sich mit dieser Informationsveranstaltung an der ab dem 08. März startenden Frauenaktionswoche in Höxter, die unter dem Leitmotto „Multikulti: Miteinander Leben – Voneinander Lernen“ stattfindet.
Gute sprachliche Fähigkeiten sind für die Ausbildung, Arbeit und die berufliche Integration ein entscheidendes Kriterium. Während die Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen im Kreis Höxter bei 7,5 % liegt, beträgt die Arbeitslosenquote bezogen auf Ausländer 17,0%. Unter den 3019 arbeitslosen Personen, die die ARGE Kreis Höxter aktuell betreut, befinden sich 273 Ausländer.
Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen. Sie findet am 09. März 2010 um 10.00 Uhr in Raum 310 (3. Etage) in der ARGE Kreis Höxter, Stummrige Str. 56 statt.
Erfolgreicher Start in Bad Driburg:
Mit guten Sprachkenntnissen fit für den Beruf
Neue Berufsfördermaßnahme in Bad Driburg
Martin Schoppmeier, Geschäftsführer der ARGE Kreis Höxter, und Michael Krüger, Regionalkoordinator des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, überzeugen sich vom erfolgreichen Start des Programms „Berufsbezogene Sprachförderung“ im Kreis Höxter. Dieses Programm wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), die ARGE Kreis Höxter und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.
Nach einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren haben die drei Weiterbildungseinrichtungen IN VIA Paderborn e.V., das Kolping-Berufsförderungszentrum Paderborn/Höxter und die Volkshochschule Paderborn den Zuschlag bekommen, diese innovativen beruflichen Fördermaßnahmen für Migrantinnen und Migranten in den Kreisen Paderborn und Höxter durchzuführen. „Wir sind der einzige Trägerverbund, der autorisiert ist, das ESF-BAMF-Programm in den Kreisen Paderborn und Höxter durchzuführen.“ hebt Marianne Kaufmann, Geschäftsführerin von IN VIA Paderborn e.V. hervor. „Das Programm bietet diesem Personenkreis hervorragende Möglichkeiten, ihre Sprachkenntnisse nach Abschluss der Integrationskurse zu erweitern und gewährt einen Einblick in Berufssparten, in denen Arbeitskräfte dringend gesucht werden.“
Das ESF-BAMF-Programm richtet sich an Personen mit Migrationshintergrund, die eine berufsbezogene sprachliche und fachliche Weiterqualifizierung benötigen. „Die berufsbezogene Sprachförderung verbindet Sprachunterricht, berufliche Qualifizierung und Praktikum miteinander, und erhöht damit die Chancen von Personen mit Migrationshintergrund auf dem ersten Arbeitsmarkt“, so Annette Stümmler, Bereichsleiterin beim Kolping- Berufsförderungszentrum Paderborn/Höxter.
In diesem ersten Lehrgang im Kreis Höxter erhalten 20 Teilnehmer in dem halbjährigen Lehrgang 380 Stunden berufsbezogenen Sprachunterricht, 190 Stunden Berufskunde und absolvieren ein Betriebspraktikum. Vorgestellt werden in dieser Maßnahme die Berufsfelder Holztechnik, Metalltechnik, Altenpflege und Hauswirtschaft.
„Unsere Trägergemeinschaft plant bereits für 2010 weitere Seminare im Kreis Höxter, die je nach Wohnort der Teilnehmer auch in anderen Städten im Kreisgebiet durchgeführt werden können“. Regina Urner von der VHS Paderborn fordert Interessierte auf, sich bei der ARGE Kreis Höxter oder den drei Bildungsträgern zu melden.
“Erfahrung gewinnt” hilft älteren Langzeitarbeitslosen
Erfolgreiches Projekt der ARGE Kreis Höxter
Kreis Höxter. Durch das Projekt „Erfahrung gewinnt“ konnten im Kreis Höxter in diesem Jahr 55 Langzeitarbeitslose zwischen 48 und 60 Jahren wieder beruflich „Fuß fassen“. Das Projekt „Erfahrung gewinnt“ wird in Kooperation zwischen der ARGE Kreis Höxter und der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement Paderborn – gpdm – durchgeführt und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der „Perspektive 50plus“ finanziell gefördert.
Ziel des Projektes ist es, an die langjährigen Erfahrungen älterer Arbeitsloser anzuknüpfen und sie Schritt für Schritt beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Dazu gehört auch die Durchführung von passgenauen und bedarfsgerechten EDV-Kursen, die sich ganz an den Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmer orientieren.
Auf Initiative von Gerd Jarosch von der gpdm, der seit Beginn der Projektlaufzeit im Jahr 2005 den Personenkreis der Langzeitarbeitslosen bei der Integration unterstützt, wurde gemeinsam mit der Volkshochschule Bad Driburg, Brakel, Nieheim und Steinheim ein entsprechender EDV-Kurs in Brakel durchgeführt. Im Projekt „Erfahrung gewinnt“ wird unter Berücksichtigung der persönlichen Kompetenzen und Fähigkeiten ein individuelles Stellenprofil erarbeiteten. Um ihren Berufswunsch realisieren zu können, wurden die Teilnehmer bei ihren Bemühungen in insgesamt 12 Stunden passgenau angeleitet und unterstützt.
Auf den ersten Blick schien es für die Teilnehmer unter dem Titel „Das Internet für eigene Bewerbungsaktivitäten nutzen“ nur ein klassisches Bewerbungstraining zu geben. Die 36 Teilnehmer im Alter von 48 bis 60 Jahren stellten aber schnell fest, dass es ganz speziell um sie persönlich ging: um ihre Stellen, ihre Bewerbungsanschreiben oder ihren Anfahrtsweg zu den potentiellen Firmen. Mit Unterstützung durch die Dozenten der Volkshochschule wurde bei fehlender Mobilität auch die Möglichkeiten zur jeweiligen Nutzung des regionalen öffentlichen Nahverkehrs erarbeitet. So vorbereitet konnten die Einsatzmöglichkeiten bei passenden Arbeitsstellen nochmals erweitert werden und es eröffneten sich ganz neue Perspektiven für die Teilnehmer.
Thomas Stock von der ARGE Kreis Höxter: „Wir hoffen darauf, dass wir durch diesen Kurs weiteren Teilnehmern des Projektes „Erfahrung gewinnt“ den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen können.“
„Zwischenzeitlich sind mehrere Teilnehmer in konkreten Gesprächen mit potentiellen Arbeitgebern.“, so Gerd Jarosch von der gpdm.
Durch Arbeitsgelegenheiten fit fürs Handwerk
Herstellung von historischen Transportmitteln und Gebrauchsgegenständen im Rahmen einer Kooperation des Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe“ und der ARGE Kreis Höxter
Höxter. Der Verein „Hilfe zur Selbsthilfe e. V.“ mit Sitz in Beverungen führte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für die Grundsicherung Arbeitsuchender im Kreis Höxter (ARGE Kreis Höxter) eine Arbeitsgelegenheit „Bau von historischen Transportmitteln und Möbeln“ durch.
Das Ziel dieser Maßnahmen war die Stabilisierung und Qualifizierung der Teilnehmer mit Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt.
Nach historischen Vorbildern wurden dabei Geräte, Gegenstände und Möbel aus der Zeit um 1.200 n.Chr. nachgebaut, die bis zum 31.12.2009 in den Räumen der ARGE Kreis Höxter in der Stummrigestr. 56 in Höxter besichtigt werden können. Die Herstellung erfolgte weitgehend durch alte Handwerkstechniken. So wurden z.B. die Einzelteile der Möbelstücke mit handgefertigten Dübeln zusammengefügt.
Die Ausstellung zeigt mit ihren Exponaten eindrucksvoll einen kleinen Teil dieser Arbeiten und beweist damit das hohe handwerkliche Können der Teilnehmer. Die gefertigten Gegen-stände befinden sich zukünftig im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold und im Mittelalterzentrum Nienover (Solling) und können dort ebenfalls besichtigt werden.
„Wir freuen uns sehr, diese Ausstellung in den Räumen der ARGE Kreis Höxter durchführen zu können. Zeigt dies doch deutlich das Potential und das handwerkliche Können der Teilnehmer“, so Martin Schoppmeier, Geschäftsführer der ARGE Kreis Höxter.
Bereits in der Vergangenheit wurde erfolgreich mit dem Verein „Hilfe zur Selbsthilfe e.V.“ zusammengearbeitet. So wurden u.a. historische Weserschiffe, sog. „Lattenschiffe“, nach alten Vorbildern nachgebaut. Derartige Projekte dienen dazu, eine Arbeitsgelegenheit anspruchsvoll, abwechslungsreich und interessant zu gestalten.
Alle Teilnehmer der Arbeitsgelegenheit waren stets mit hohem Einsatz und Eifer bei der Sache. Sie arbeiteten gemeinsam im Team und konnten ihre beruflichen Erfahrungen einbringen sowie neue Fähigkeiten erwerben. So sagte ein Teilnehmer aus Beverungen: „Ich habe verschiedene Holztechniken, die ich vorher nicht kannte, erlernt. Der Anleiter hat uns Kniffe und Tricks bei der Holzverarbeitung gezeigt.“ Die Mitarbeiter sind zu recht stolz auf das von ihnen geschaffene Arbeitsergebnis und wünschen sich nunmehr, dass sie durch eine anschließende Beschäftigung im Handwerk ihre neu erworbenen Fähigkeiten auch unter Beweis stellen können.